Worum geht es beim Nachhaltigkeitsmarketing?

Nachhaltiges Marketing – auch Green Marketing – liegt nicht erst seit der Entstehung von Fridays for Future voll im Trend: immer mehr Unternehmen setzen auf Grün. Doch was genau ist Sustainable Marketing überhaupt?

Was ist nachhaltiges Marketing?

Eines ist klar: Grün wird immer gefragter. Gefühlt gibt es kaum noch Marken und Unternehmen, die nicht mit Nachhaltigkeit und Fairness werben. Doch beim Green Marketing geht es nicht nur um das Produkt – sondern um das gesamte Unternehmen. Denn das Nachhaltigkeitsmarketing ist eine Weiterentwicklung des Öko-Marketings, die den wirtschaftlichen Erfolg eines Betriebs mit einem ökonomischen und sozialen Mehrwert für Kunden, Angestellte und die Gesellschaft im Allgemeinen verbindet. Dabei wird die gesamte Wertschöpfungskette nicht nur an den Bedürfnissen des Unternehmens und den Wünschen der Kunden ausgerichtet, sondern auch eventuelle Folgen für das Ökosystem berücksichtigt. Schädliche Emissionen und der Verbrauch von Ressourcen werden so weit wie möglich reduziert.

Weiterhin berücksichtigt das grüne Marketing die Entwicklung des Kunden hin zur Nachhaltigkeit und dessen Wunsch nach einer umweltbewussten Lebensführung und versucht, für ihn einen Nutzen in diesem Bereich zu schaffen.

Was macht nachhaltiges Marketing aus?

Die Verpackung mit Gütesiegeln und Zertifikaten zu bedrucken, reicht für ein echtes Green Marketing also nicht aus. Stattdessen beinhaltet dieses per Definition jeden Aspekt rund um Produktion, Verpackung und Werbung. Dazu zählt unter anderem:

  • nachhaltige Herstellung
  • Verwendung von recycelten Materialien
  • Nutzung erneuerbarer Rohstoffe und Energien
  • CO2-neutraler Fußabdruck
  • möglichst wasserschonende Produktion
  • Herstellung recyclebarer Produkte
  • regionale oder lokale Produktion
  • faire Herstellung zu fairen Löhnen
  • Reduktion von Verpackungsmaterial

Für ein authentisches Nachhaltigkeitsmarketing ist das Übernehmen echter ökologischer Verantwortung also ein Muss. Neben hohen umweltschutzrelevanten Standards stehen dabei auch menschenrechtliche und soziale Gesichtspunkte im Zentrum. Nur so kann das Green Marketing für die Zielgruppe glaubwürdig kommuniziert werden. Und das lohnt sich.

Was bringt Green Marketing?

Neben der offensichtlichen ökologischen Vorteile hat die Entscheidung hin zur grünen Marktwirtschaft auch Einfluss darauf, wie zukunftsfähig ein Unternehmen ist. Denn: schon jetzt achten Umfragen zufolge mindestens ein Drittel der Bevölkerung bewusst auf Kriterien der Nachhaltigkeit, wenn sie eine Kaufentscheidung treffen. Experten gehen davon aus, dass noch ein wesentlich größerer Anteil diese Kriterien unbewusst berücksichtigt.

Unternehmen, die sich weigern, immerhin einige Aspekte des nachhaltigen Marketings zu übernehmen, verpassen demnach nicht nur die Gelegenheit, neue Kunden zu gewinnen, sondern laufen sogar Gefahr, langfristig bestehende zu verlieren.

Was ist der Unterschied zwischen Green Marketing und Greenwashing?

Glückliche Kühe, die friedlich auf der Weide grasen, lachende Menschen, ein grasgrüner Hintergrund: der aktuelle Werbetrend vermittelt den Eindruck, als wären mittlerweile so gut wie alle Unternehmen zu 100 Prozent ökologisch, nachhaltig und sozial fair. Selbstverständlich ist dies nicht der Fall – doch die grüne Werbung zieht.

Während es beim Green Marketing jedoch darum geht, die Produkte tatsächlich nachhaltiger Unternehmen zu vermarkten, wird beim Greenwashing versucht, mithilfe gezielter PR- und Marketing-Maßnahmen ein grüneres Image zu erlangen. So soll dem Konsumenten Unternehmensverantwortung und Umweltfreundlichkeit suggeriert werden, während gegenläufig, umweltbelastende Aktivitäten des Betriebs verschleiert werden.

Doch wie können Sie als Konsument erkennen, ob Sie gerade tatsächlich nachhaltige Pappbecher kaufen, oder hinters Licht gefühlt werden? Ein Hinweis kann die verwendete Werbesprache sein. Während Begriffe wie „nachhaltig“, „umweltschonend“ oder „klimaneutral“ frei verwendet werden dürfen, handelt es sich bei „Bio“, „Öko“ und „aus kontrolliert biologischem Anbau“ um geschützte Begriffe. Diese dürfen nur dann genutzt werden, wenn sie auch wirklich zutreffen.