Welche Faktoren treiben die Entwicklung des nachhaltigen Managements in Unternehmen voran?

Nachhaltigkeit ist heutzutage ein allgegenwärtiges Thema – auch für Unternehmen. Denn der Bedarf nach einer Veränderung hin zu echter Sustainability wird stetig akuter. Und das nicht nur, weil soziale und ökologische Problemfelder mit jedem Tag bedrohlicher werden; auch der direkte Handlungsdruck auf Unternehmen steigt stetig. Investoren, Kunden und Regulatoren fordern immer häufiger überprüfbare Nachhaltigkeit. Diesen Forderungen nicht nachzukommen, stellt für Unternehmen ein nicht unerhebliches geschäftliches Risiko dar.

Warum ist Nachhaltigkeit heute so wichtig?

Um das zu verstehen, ist ein Blick in die Nachrichten ausreichend: der Klimawandel, zugemüllte Meere, vermehrtes Artensterben, Hungersnöte und Flüchtlingsströme – die Liste der Schreckensbotschaften wird jeden Tag länger. Nachhaltiges soziales und ökologisches Handeln ist zu einer Frage des Überlebens geworden. Was früher noch als Thema für Hippies galt, wird mittlerweile allgemein in seiner Wichtigkeit anerkannt.

Spätestens seit der Verabschiedung der Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) im Jahr 2016 ist klar: die Herausforderung „nachhaltige Zukunft“ geht alle etwas an – sowohl Privatpersonen als auch staatliche Institutionen und Unternehmen.

Nachhaltigkeit als regulatorischer Trend

Auch von Unternehmern wird nun also erwartet, effektiv zur Verwirklichung der SDGs beizutragen. Immer mehr Regierungen konkretisieren in Gesetzen, Vorschriften und Programmen „green policy“-Maßnahmen, die ein Erreichen der Nachhaltigkeitsziele ermöglichen sollen. So auch Deutschland mit der Überarbeitung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Staatliche Regulatoren werden so zum starken Treiber für nachhaltige Veränderungen in Unternehmen – auch wenn diese sich nicht immer unmittelbar auszahlen, wie beispielsweise Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen. Doch angesichts des weltweiten Nachhaltigkeitstrends ist die Ausrichtung auf mehr „Sustainability“ und die frühzeitige Antizipation weiterer Regulierungen im Eigeninteresse der Unternehmen.

Nachfrage nach Nachhaltigkeit steigt

Doch gegenwärtige oder zukünftige gesetzliche Vorgaben sind nicht der einzige gute Grund für den Umstieg auf ein nachhaltiges Unternehmensmanagement. Fairtrade ist in, Öko- und Bio-Produkte schon längst Verkaufsschlager. Umweltbewusstsein ist lange aus seiner früheren Nische in den Mainstream gewandert und hat dort für einen Wandel des Konsumentenbewusstseins gesorgt.

Nicht mehr nur spezifische Bevölkerungsgruppen interessieren sich für umweltverträgliche, nachhaltige und gesunde Produkte – der breite Markt verlangt nach ihnen. Mittlerweile gibt es unzählige junge Entrepreneure, die sich mit ihren Startups Themen wie vegane Lebensmittel oder recyclebare Pappbecher annehmen. Unternehmen, die da nicht mitziehen, können sich zukünftig vermutlich nur noch schwer gegen die zunehmend starke Konkurrenz durchsetzen.

Und auch Investoren zielen zwar nach wie vor auf Profite ab – jedoch nicht mehr um jeden Preis. Inzwischen wollen immer mehr Anleger wissen, was alles an einzelnen Investments in ihren Pensionen, Sparplänen und ETFs enthalten ist. Sozial oder ökologisch fragwürdige Aktien sind mittlerweile bei einem großen Teil der Privatanleger verpönt. Und auch institutionelle Anleger (z.B. Staatsfonds, Pensionsfonds) fordern immer häufiger die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards.

Nachhaltiges Management für nachhaltige Gewinne

Nur Unternehmen, die gesetzliche Vorgaben zur Nachhaltigkeit einhalten, können ihre operative Lizenz behalten. Doch wer eine Transformation in Richtung Sustainability auch weitergehend in Angriff nimmt, kann so auch das Unternehmenswachstum vorantreiben. Neue Businessmodelle mit Nachhaltigkeitsaspekt können zu einer Aufwertung der Produktpalette und somit zu einer Stärkung der Marke beitragen und intangible Risiken reduzieren. So können sich Sustainabilty-Maßnahmen als attraktive Umsatz- und Gewinntreiber entpuppen.

Generell verhilft ein grüneres Management einem Unternehmen zu mehr Resilienz auf allen Ebenen: wird Plastik verwendet, sinkt die Abhängigkeit von Ölpreisschwankungen, werden faire Löhne gezahlt, stabilisieren sich in Produktionsstätten die Belegschaften.